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Die Aachener – Frankfurter Heerstraße

 

Die Aachen - Frankfurter Heerstraße war eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen in unserem Land und ist seit dem 9. Jahrhundert belegt. Als Handelsstraße war die AFH ein Glied des „großen niederländisch-italienischen Straßenzuges”, der, von Flandern kommend, über Frankfurt und Augsburg durch Bayern und Tirol nach Oberitalien führte. Sie war aber auch Heer-, Pilger- und Poststraße.

Seit der Krönung Heinrichs des 3. im Jahr 1028 pflegten die deutschen Könige nach ihrer Wahl in „Franken“ nach Aachen zu reisen, um sich dort auf dem Thron Karls des Großen krönen zu lassen und durch diesen symbolischen Akt das Reich in Besitz zu nehmen. Der neugewählte König fuhr von Frankfurt per Schiff nach Sinzig und setzte von dort seine Reise zu Pferde über die AFH fort.

Die Straße verließ Sinzig durch das Mühlenbachtor, verlief dann über die heutige Landskroner Straße zu einer 1804 fortgeschwemmten Brücke über die Ahr. Über die Felder verlief sie in gerader Richtung bis etwa 200m südlich der Bodendorfer Burg, um hier in den Verlauf der modernen Straßenführung nach Norden einzuschwenken und etwa 300 m weiter den Aufstieg durch die Bodendorfer Hohl bis zur Wegkapelle St. Gierts Heck zu nehmen.  Hier hat die Straße die Höhe erreicht und läuft am Köhler- und Landskronerhof vorbei bis ins Waldstück am Urbers („Urwesch“). Während in diesem Waldstück der heutige „Hauptfeldweg“ einen leichten Linksknick macht, geht die AFH heute noch als Feldweg geradeaus weiter und folgt dem Waldrand. An der Waldecke an der heute die Silos der Familie Gierats beginnen, macht die Straße einen Linksknick Richtung Deutsches Eck. Sie ist in der Wiese noch als Vertiefung zu erkennen. Den heutigen „Leichweg“ kreutzt die AFH an der Stelle des erhalten gebliebenen Wegkreuzes, die AFH wird hier heute als Gartenauffahrt genutzt.
Kirchdaun war über die heutige Straße “Am Königsgraben” an die AFH angebunden, deren Verlängerung heute noch als tiefer Holweg zum Heerstraßenverlauf hinführt.AFH1

AFH3 Foto oben: der Verlauf der AFH bei Kirchdaun (nach G. Knoll)

Foto links: Der Straßenverlauf vom Deutschen Eck über den Leichweg zur Waldecke am Silo ist als Senke im Gelände immer noch zu erkennen

 

Vom Deutschen Eck folgte die AFH kurz der heutigen Straße nach Nierendorf, macht aber die scharfe Rechtskurve nicht mit, sondern steigt einen halb zugeschütteten Hohlweg zur „Sachsenburg“ hinauf und führt an der Fritzdorfer Windmühle vorbei nach Rheinbach.

Spätestens um die Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die AFH ihre Bedeutung als Fernstraße. Nur noch als lokaler Verbindungsweg genutzt, störte es niemanden, dass sie streckenweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Flurbereinigung völlig von den Landkarten verschwand.

Hauptquelle: Das Erzbergwerk bei Kirchdaun und die Geschichte des Bergbaus im unteren Ahrtal 1739 – 1793 von Gerhard Knoll  

 

Anmerkung:
Ob die AFH von Anfang an den oben erwähnten Streckenverlauf hatte oder nicht, dürfte schwerlich nachzuweisen sein. Vereinzelt wird auch die Möglichkeit eines früheren Streckenverlaufs vorbei am Scheidskopf durch das Calmuthtal zum Rhein erwähnt, belegt scheint zudem ein zusätzlicher Abstieg durch die Blankerts Hohl nach Remagen. Fraglich ist auch, wie alt die Straße wirklich ist. Ein römischer, germanischer oder keltischer Ursprung der AFH in unserer Gegend liegt durchaus nahe.

 

 

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